Der andere saß wie vor den Kopf geschlagen da.

»Herr, das ist ... das ist ...«

»Na, über die Bezeichnung des gegen mich gerichteten Anschlages wollen wir nicht streiten, nennen wir ihn niederträchtig meinetwegen. Aber ich bin gesonnen, Sie ungeschoren laufen zu lassen, wenn Sie mir wahrheitsgemäß ein paar Fragen beantworten.«

»Geben Sie mir Ihr Ehrenwort, Herr Rittmeister?«

Gaston mußte unwillkürlich lächeln.

»Damit muß man sparsam sein, Herr Nachbar! Aber so etwas Aehnliches gebe ich Ihnen. Also: Wer hat nun die Gemeinheit, die ich im letzten Augenblick noch – Gott sei Dank – vereiteln konnte, angezettelt?«

»Das habe ich erst in diesen Tagen erfahren, Herr Rittmeister. Dieses alte Weib ... So oft sie Ihren Namen nannte, spie sie aus vor Haß. Ich selbst war vor Wochen von meinem Bureau aus Berlin hierher geschickt, um Sie zu beobachten. Nichts weiter. Ich kannte Sie nämlich schon. Von der Königsallee her, wie der Herr von Wodersen sich totschoß. Da stand ich auch auf Posten. Aber im Auftrage des verstorbenen Herrn Rheinthaler. Also jetzt gingen die Berichte an die Witwe. Wissen Sie, da stören wir uns nicht daran. Es kommt oft genug vor, daß wir zwei Parteien gleichzeitig bedienen. Den Mann beobachten im Auftrag der Frau, und die Frau im Auftrag vom Mann. Das ist eben unser Geschäft.«

»Kann ich verstehen,« sagte Gaston, »aber, Herr, hat Ihnen nicht ein bißchen wenigstens das Gewissen geschlagen, als Sie erfuhren, was man gegen mich plante?«

Der andere zuckte die Achseln.

»Meinen Sie, Herr Rittmeister, ein Berliner Detektivbureau sucht sich seine Angestellten in den Kreisen der Herren Reserveoffiziere? Und dieses alte Frauenzimmer aus Berlin schmiß nur so mit dem Geld. Der Burdeyko kriegt hunderttausend Mark, wenn die Briefe in Ihrem Schreibtisch liegen, Ihr Bursche sechstausend. Das sind doch Vermögen für solche Leute! Und der Wirt Burdeyko hat lange mit sich gekämpft. Aber er hat Kinder, und mit dem Geld kann er sich in Südrußland ein ganzes Rittergut kaufen. Da fiel er natürlich um.«