Der andere zischelte leise: »Dummer Kerl, zweitausend Taler verdient man vielleicht im Schlaf? Und wer kann Dir was beweisen, wenn Du nur immer sagst, Du weißt von nichts? Du hast hinten im Pferdestall geschlafen. Wie sollst Du da hören, ob hier vorne einer die Tür aufschließt?«

Die alte Frau mit dem bunten Kopftuche löste sich von dem Staketenzaun wie ein Schatten.

»Vorwärts, vorwärts. Da hinten aus dem Dunkeln zieht sich 'was heran. Ich riech' es, Pferde sind unterwegs.«

Herr Burdeyko horchte mit angehaltenem Atem in die Nacht hinaus.

»Ach Unsinn, es ist nichts zu hören. Und der Rittmeister ist harmlos unterwegs nach Eßlingen. Sonst hätten wir doch längst schon Nachricht, wenn er Verdacht geschöpft hätte.«

Der Bursche Wichotta ging vorsichtig voran, sie standen zu dritt am Schreibtisch. Eine abgeblendete Kerze verbreitete einen matten Schimmer. Herr Burdeyko holte den nach einem Wachsabdruck zurechtgefeilten Schlüssel aus der Tasche.

»Na nu, verehrte Frau Blazitschek ... erst das Geld! Sonst streik' ich. Es ist eine fürchterliche Schweinerei.«

Die Alte zog ein dickes Paket brauner Scheine aus dem Brusttuche. Herr Burdeyko fing an, sorgfältig zu zählen. Der Bursche stand dabei, sah mit gierigen Augen zu.

»Na, das ist doch aber ... Sie sollen so viel kriegen, und ich so wenig? Wo ich meine Haut doch am meisten zu Markt trag'?«

Herr Burdeyko hob den Kopf und stieß das unter dem Schreibtisch stehende Licht mit dem Fuße um.