Er schrak unwillkürlich zusammen. Zuerst hatte er aufmerksam zugehört, dann war es wie ein sachtes Dämmern gekommen. In einem großen Garten blühten tausend Rosen, und die allerschönste, eine tief purpurfarbene, neigte sich ihm zu.
»Ich, gnädige Frau? Von mir ist wenig zu erzählen. Zum mindesten nichts, was Sie interessieren könnte.«
Sie machte eine kurze Handbewegung.
»Ah ... gehn's! Wenn man so ausschaut wie Sie ... Aber Sie haben ganz recht! Sie brauchen nicht mit Erlebnissen zu renommieren, das spürt man als Frau. Aber nur eins möcht' ich gern wissen: wer ist denn augenblicklich die Glückliche?«
Er errötete bis unter die Haarwurzeln, und es klang unwilliger, als er beabsichtigt hatte: »Gnädigste Frau, ich muß gestehen, über solche Dinge habe ich noch nie zu einer Dame ...«
»Ah was, zu mir können's sprechen wie zu einem Bub'n ...«
»Nun denn, in meiner allerersten Leutnantszeit hatte ich ein paar kurze wilde Wochen. Die liegen hinter mir. Und ich glaube, ich hatte heute schon einmal Gelegenheit, auszusprechen, ich hätte nicht einmal für die Freundschaft Zeit. Geschweige denn für irgend welche leichtfertigen Abenteuer!«
Frau Josepha lachte leise auf.
»Alsdann, wenn ich noch ein junges Mädel wär', in Sie tät ich mich unrettbar verlieben! Aber jetzt will ich mal wieder ganz gesetzt sein: so schrecklich viel müssen Sie arbeiten?«
»Ich muß nicht, es ist mein freier Wille. Tausende machen sich ihre Karriere leichter.«