»Na, lieber Foucar, wie ist Ihnen jetzt zumute?« rief er ihm entgegen. »Freuen Sie sich?«

»Außerordentlich! Und ich weiß gar nicht, wie ich Herrn Oberst für all die Güte und Fürsorge ...«

»Ist schon gut, ich freue mich mit, daß ich's hab' zurechtschieben können. Hauptsächlich für den Ordensburger Kommandeur. Der kann Leute wie Sie gebrauchen. Ich hab's Ihnen wohl schon neulich gesagt, er ist ein guter Freund von mir, der Oberstleutnant Harbrecht – noch von der Kriegsschule her. Ich hab' ihn um ein paar Nasenlängen überholt ... na schön. Grüßen Sie ihn von mir! Und sagen Sie ihm im Vertrauen, er soll den alten Säbel schleifen. Es liegt eine verdammt schwüle Spannung in der Atmosphäre.«

Gaston atmete tief auf. Und jetzt kam endlich die Freude über ihn. Das war vielleicht die Lösung aus all der Wirrsal, in die ihn diese vergangene Nacht gestürzt hatte.

»Glauben Herr Oberst wirklich?«

Der Chef zuckte mit den Achseln.

»Ich vermute nur! Ich habe mich in dieser Zeit schon so oft mit meinen Prophezeiungen blamiert. Vielleicht heißt's morgen, wieder 'rin in die Kartoffeln! Aber wo der Oberstleutnant Harbrecht mit seinen Dragonern an der Seite sozusagen am dransten ist, kann's nicht schaden, wenn er noch schärfer aufpaßt als sonst. Ich glaube, unsere Herren Nachbarn im Osten werden sich im Ernstfalle nicht lange mit der Vorrede aufhalten. Sie haben um Szuczin, Grajewo, und wie die Nester alle sonst heißen mögen, einen ganz anständigen Pulk Kosaken versammelt, und unsere Grenze bis zu dem masurischen Seendefilee ist offen. In einer Nacht können sie bis Lötzen reiten.«

»Ich danke Herrn Oberst für die Mitteilung. Ich werde es Herrn Oberstleutnant Harbrecht ausrichten.«

»Na, dem erzählen Sie mit dem letzten keine Neuigkeiten, der weiß in seinem Kram Bescheid. Das war mehr für Sie, damit Sie sich gleich zu Anfang bei ihm ein bißchen nett einführen können!«

»Herzlichen Dank, Herr Oberst. Ich hatte inzwischen auch schon Gelegenheit genommen, mich wenigstens oberflächlich über die dortigen Verhältnisse zu unterrichten. Herr Major Nahmacher hatte die Güte, mir auf meine Bitte das einschlägige Material in seinem Bureau für eine Stunde zur Einsicht zu überlassen.«