»Danken Sie Gott,« wiederholte der andere hartnäckig. »Im anderen Falle, wenn's Ihnen nur ein Spiel gewesen wäre, hätte ich Sie provoziert und abgeschossen. Es geht nicht an, daß einer umkommt vor Durst und Hunger, während der andere in frivolem Spiel ... also es ist gut! Adieu, Herr von Foucar.« Er sah starr geradeaus mit schwimmenden Augen, und plötzlich kam ein lautes Aufschluchzen aus seiner Brust, er wandte sich ab. Gaston aber stand ratlos dabei und wußte nicht, wie er sich in dieser seltsamen Situation zu benehmen hatte. Trösten ging nicht an, das beste war, sich still zu entfernen.

»Adieu, Wodersen,« sagte er leise und schritt langsam weiter.

Der arme Kerl tat ihm leid, schrecklich war es, wie es den zusammengerissen hatte, daß er von jetzt an nichts mehr zu hoffen hatte. Zugleich aber schwellte ihm selbst ein gewisses Stolzgefühl die Brust. Daß er die Liebe dieser herrlichen Frau errungen hatte, für die ein anderer ohne Zaudern sein Leben eingesetzt hätte. Fast eine Steigerung des eigenen Glückes war es ihm.

Eine heisere Stimme erklang neben ihm.

»Entschuldigen Sie, Foucar, wenn Sie mich eben als altes Weib gesehen haben ...«

»Ach Sie noch mal, Wodersen? Wäre es nicht besser, wir hätten eben Schluß gemacht?«

»Vielleicht! Nur, Sie werden begreifen, man steht da neben einem frisch zugeschütteten Grab, kann nicht sogleich weggehen. Eigentlich aber hätte ich's voraussehen müssen, die Frau war ja krank nach Ihnen! Gab mir hundert Aufträge für Sie. Immer sollte ich Ihnen bestellen, wo Sie sie abends treffen würden. Ich hab's natürlich nie ausgerichtet. Sie werden das begreifen.«

»Selbstverständlich! Und nun wollen wir wirklich Schluß machen! ... Sie werden einsehen, daß es mir einigermaßen peinlich ist.«

Herr von Wodersen lachte plötzlich schrill auf.

»Ihnen? Wo Sie im Glück sitzen!«