INHALT.
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Ouvertüre: Herr von Balthesser hält einen Vortrag vor wißbegierigen jungen Leuten (nach der offenbar ironischen Schilderung eines wohl nicht ganz objektiven Zeugen) | |
Selbstbiographie Herrn von Balthessers | |
Andreas von Balthesser über den „Dandy“ und Synonima | |
Andreas von Balthesser an die Gräfin F. | |
Andreas von Balthesser spricht mit einem Literaten über die Gesellschaft, die Künstler und ihr Gehaben und das Selbstverständliche | |
Andreas von Balthesser spricht mit einem andern Literaten über das Monokel, über Witze, liebenswürdige Sonntagsplauderer und die deutsche Prosa | |
Herr von Balthesser spricht mit einem bescheidenen jungen Schriftsteller über Bücher | |
Andreas von Balthesser über die Betrachtung von Gemälden | |
Was Andreas von Balthesser gelegentlich über das Gespräch zu bemerken hatte | |
Glossen zur Psychologie der Kleidung | |
Herr von Balthesser gibt seine Anschauungen vom Verkehr zum besten | |
Über Vernünftige, Snobs und Beflissene | |
Antibarbarus. (Eine ungedruckte „Erwiderung“, die sich in Herrn von Balthessers Papieren vorgefunden hat. Anlaß dazu mag irgend ein Zeitungsartikel gegeben haben, der das Recht des deutschen Touristen, in Touristenkleidung an der Hoteltafel zu erscheinen, etwas herausfordernd zu verteidigen unternommen haben dürfte) | |
Herr von Balthesser phantasiert über das Thema „Die Dame“ | |
Einiges aus Andreas von Balthessers leider nicht gesammelten Sinnsprüchen und Glossen | |
Vom Aristokratischen | |
Andreas von Balthessers unrühmliches Ende | |
OUVERTÜRE
HERR VON BALTHESSER HÄLT EINEN VORTRAG VOR WISSBEGIERIGEN JUNGEN LEUTEN
(NACH DER OFFENBAR IRONISCHEN SCHILDERUNG EINES WOHL NICHT GANZ OBJEKTIVEN ZEUGEN)
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Herr Andreas von Balthesser, der im geheimen sehr berühmte Dichter des „Perseus“, der „Androgyne“, des „Korybanten“, eingeladen, in dem akademischen Zirkel der „Intelligenten“ einen seiner geneigten Wahl überlassenen Vortrag zu halten, erschien in dem verräucherten Klublokal des Hotels Pinsch, mit der ihm eignen nachlässigen Eleganz gekleidet, um die schmalen rasierten Lippen das ein wenig moquante und gleichzeitig hilflose Lächeln, das er an sich so liebte, leicht vornübergebeugt, hastig und verspätet.
Er hatte einen Freund mitgebracht, den er mit stark auswärts gedrehtem Daumen der Linken dem Vorsitzenden präsentierte, Viktor Grafen Melinges, Gesandtschaftsattaché, einen bei ungewöhnlich hohem Wuchs fabelhaft magern, mit der farblosen verlebten Miene und den eckigen Bewegungen der Gliedmaßen an einen Knaben gemahnenden Menschen, der nun, die linke Hand in der Hosentasche, einen leutseligen Rundgang um die nicht eben sauber gedeckte Tafel mit kurzen raschen Schritten und knappen ruckweisen Verbeugungen vor den zumeist von ihren Sitzen emporschnellenden Konviven absolvierte. —