Fast Nacht für Nacht kommen sie — es müssen immer dieselben sein — sie ziehen denselben Weg, brüllen zu gleicher Stunde.

Stärker lärmt der Luftzug in dem verrosteten Moskitogitter, die Netze der Betten bewegen sich leise. Es muß gegen Morgen zu gehen. —

Langsam wirken Morphium und Müdigkeit — ich sinke in unruhigen Fieberschlaf. — — —


Ein Vierteljahr später! Die kalte Zeit ist vorüber — glühend brennt die Sonne auf das dampfende Land. Es ist Dezember.

Das einsame Pflanzerhaus von Kingwangwanda hat sich geleert, die Verwundeten sind teils nach dem fünf Tagemärsche entfernten Daressalam ins Hospital, teils auf den verlassenen Steppenfriedhof zwischen der rohen, mächtigen Umzäunung getragen worden.

In langer Tragbahre werde ich zum Fluß gebracht und an Deck des kleinen Einraddampfers »Tomondo« gelegt, der mich rufijiabwärts nach der Karawanenstraße Kilwa-Daressalam bringen soll. Die kleinen Grashäuser um das Pflanzerhaus, die Herberge so vieler Schwarzer, die armseligen kegelförmigen Hütten von Kingwangwanda verschwinden am Horizont der Steppe, schnell entführt uns der schweigend dahinfließende Strom.

Die waldigen Ufer ziehen vorüber, Krokodile platschen ins Wasser, weiße, langgefiederte Reiher flattern auf.

Eine Lichtung fliegt vorbei, zwei Wasserböcke äugen scheu herüber und verschwinden in langen Fluchten. Träge trottet dort ein Warzenschweinkeiler. —

Stark hat sich die Sonne schon nach Westen geneigt, da biegen wir knarrend und rauschend aus dem Bumi in den Hauptstrom des Rufiji.