Hier steht zwischen schlanken Bäumen, das heiße Rohr emporgereckt, mit darübergebundenem Laub unsichtbar gemacht, das letzte der zehn Geschütze der »Königsberg« in heißem Kampf. Alle andern sind vernichtet, gesprengt, in Feindeshand!

Es verschießt seine letzte Munition — am letzten Tag der Schlacht von Mahiwa — dem letzten großen Kampfe in der letzten deutschen Kolonie!

Braungebrannte Matrosen der »Königsberg«, in zwei langen Jahren des Kampfes und der Entbehrungen zu zähen Afrikanern geworden, bedienen es.

Immer wieder und wieder öffnet es seinen ehernen Mund und heult eisernes Verderben. Hoch am Himmelsgewölbe, dem Auge unsichtbar, ziehen seine Geschosse singend ihre Bahn.

Die Sonne neigt sich stark nach Westen. Matter werden die Angriffe des Feindes. —

Da schrillt vorn in der Linie mein Telephon: »Gesamter Munitionsvorrat noch neun Schuß!« —

Dort drüben in den Miombobäumen knattert es noch heftig!

»Salve, Feuer!«

Neunmal bersten dort die letzten Granaten des Geschützes, das im Dienst der Rache sein zerschossenes Schiff um mehr denn zwei Jahre überlebt hat! —

Im Miombowald da drüben ist es still geworden!