Verlassen lagen die Europäerhäuser hinter dem Bahndamm, einige zeigten schwere Schußverletzungen, hohle Fenster, eingefallenes Mauerwerk. Die Straße leer — kein Mensch — kein Schwarzer, kein Weißer — — kein lebendes Wesen!
In dem Meer von Eingeborenenhütten und Inderbuden linker Hand schwelte und rauchte es. Am Tage vorher hatten die Engländer das ganze Viertel zwischen Bagamojo, Kitschwele und Pugustraße in Brand geschossen. Wo früher Tausende von fröhlichen Schwarzen wohnten, lag jetzt grauer Schutt und Asche.
Kein Mensch zu sehen!
Und weiter ritt ich, bog in die Akazienstraße ein. Hier, in dem Winkel zwischen ihr und der Araberstraße, lag der große Unterstand, in dem Frauen und Kinder, die in Daressalam zurückbleiben sollten, bei Beschießungen Schutz und Unterkunft fanden. Selbst gegen die 30,5-Granaten der Linienschiffe bot er genügend Sicherheit.
Wie die Wagen vor einem Theater während der Vorstellung, standen hier unter Tags die Rickschas, eine hinter der andern!
Früh am Morgen um vier Uhr, fünf Uhr strömten in Scharen die Frauen herbei, die die Nacht in ihren Wohnungen verbracht hatten, um den Tag in dem sicheren Unterstand, der in Räume abgeteilt und elektrisch beleuchtet war, zu verbringen.
Erst abends wagten sie sich wieder hervor, eilten mit ihren Kindern nach Haus, um zu essen und kurze Zeit der Ruhe zu genießen.
Als ich jetzt vorbeiritt, hatten die Letzten bereits den Unterstand verlassen. Es war schon fast vollkommen dunkel. Nur zwei ältere Frauen, die sich anscheinend auch des Nachts nicht nach Hause wagten, saßen am beleuchteten Eingang und schöpften frische Luft.
Dunkel, verlassen lag die Akazienstraße da. Rasch ritt ich hindurch, bog über den einsamen Wißmannplatz, auf dem hart und ehern der alte Kämpe stand, trotzig, als wollte er uns helfen, trabte am dunklen Kaiserhof vorbei über den nachtschwarz daliegenden Strand und band mein Maultier an einen der Bäume vor dem Klubgebäude.
Eine kurze Besprechung — es war möglich, daß die Engländer nachts eine überraschende Landung vornehmen würden!