VORWORT

Eine Reihe von Bildern — Bruchstücke aus dem Schicksal des letzten deutschen Auslandkreuzers in knapper Form — sollen das Eigenartige der tropischen Welt, glühender Sandküsten, sumpfiger Urwaldniederungen, endloser Buschsteppen, in denen sie sich abspielen, schildern.

Ein verbotenes Paradies sind für uns Deutsche vorläufig diese fernen Zonen, nach denen wir uns mit dem Wandertrieb unserer Urväter, der Zimbern und Teutonen, der Goten und Vandalen, sehnen.

Sie haben ihr Sehnen, da wo man sie hindern wollte, mit Feuer, Schwert und trotziger Kraft in Taten umgewandelt.

Mögen sich die Völker hüten, die uns zu demselben Mittel zwingen!

RICHARD WENIG

EINLEITUNG

An einem lichten Junimorgen im Jahre 1914 steuerte ein schlanker Kreuzer, von der Heimat kommend, durch die palmenumsäumte Einfahrt von Daressalam, um den Schutz der deutschen Interessen in den Gewässern des westlichen Indischen Ozeans und an der deutsch-ostafrikanischen Küste zu übernehmen — S. M. S. »Königsberg«.

Donnernd krachte über die im hellen Morgenlicht daliegenden weißen Tropenhäuser, die Kirchen, die Boma hinweg der Salut, und leise fächelte der anhebende Monsun in den schlanken, hochstämmigen Palmenwäldern.

Die Eingeborenen kamen staunend, und die Kunde ging von Dorf zu Dorf, an der Küste und im Innern weitererzählt, daß ein großes deutsches Schiff mit drei dicken Schornsteinen im Hafen von Daressalam läge, mächtiger und stärker als alle, auch die englischen, die sie bisher gesehen!