Eigenartig — er steuert Westkurs — in die Bucht von Ras Hafun hinein! — Was sucht er dort? Hat er Maschinenschaden?
Minuten verfließen. Seine Aufbauten werden sichtbar, sind jedoch in dem dunstigen flimmernden Morgenlicht nicht klar zu erkennen.
Sollte er hier nichts ahnend in unserer Nähe vor Anker gehen? Uns für einen Engländer halten?
»Da könnte man ja ein Boot hinüberschicken und ihn kapern,« werden Stimmen laut!
»Könnte man nicht versuchen, so schnell als möglich wenigstens eine Maschine klar zu machen und mit dem letzten Rest von Kohlen zu versuchen in seine Nähe zu kommen?« — — —
»Das ist ja die Somali!« sagt einer. — »Ausgeschlossen, sie kann frühestens morgen abend hier sein!« — —
Oder doch? Angestrengt starrt alles nach Osten. — Näher und näher hat sich der schwarze Punkt geschoben.
Da — er dreht etwas — zeigt seine Seitenansicht. — Es ist die Somali!!
Eine Entspannung geht durch alle, freudig drückt man sich die Hände. In wenigen Minuten haben wir die Skala von dumpfer Ergebung in ein unabwendbares Schicksal, von knirschender, machtloser Wut, von Hoffnung auf den Schimmer einer Rettungsmöglichkeit bis zur vollkommenen, für unmöglich gehaltenen Erfüllung aller Wünsche durchlaufen! —
Die Sonne steigt höher und höher, brennend streichen ihre Strahlen über die Wüstenberge. Im frischen Winde flattert dort auf dem gelben Sande die rote Fahne, zwei schwarze Gestalten stehen in erzener Ruhe zu Statuen erstarrt, anscheinend als Posten daneben.