Die »Somali« kommt näher und näher, Megaphonrufe werden ausgetauscht, Leinen fliegen herüber und hinüber — beide Schiffe liegen Bord an Bord festgemacht.

Ihr Kapitän hat, mit allen Verhältnissen im Indischen Ozean aufs genaueste vertraut, die schnellen nördlichen Monsunströmungen längs der Küste zu fassen gewußt und es so möglich gemacht, viel früher, als nach unserer Berechnung nur denkbar, das Kap Ras Hafun zu erreichen. —

Die Luken werden geöffnet, die Winden kreischen, die Spills klappern, Kohlenkörbe fliegen herüber — den ganzen Nachmittag, die ganze Nacht, den nächsten Tag, die nächste Nacht! Am Vormittag des dritten Tages sind wir fertig. — Selbst an Deck stehen die Kohlen zu Bergen getürmt.

Wir legen von der Somali ab. — Gegen Mittag lichtet auch die Somali die Anker. Sie steuert nach den Komoren, wo wir sie wieder treffen wollen.

Glühend heiß fegt der Wind feinen, gelben Sand über Deck, die Augen schmerzen im weißgrellen Sonnenlicht. Wie glitzernde Schleier liegt die flimmernde Luft über den gelbroten Sandbergen. Einsam flattert die rote Fahne, regungslos stehen daneben die schwarzen Gestalten. Diesmal sind sie um ihre Beute betrogen.


Wir richten den Kurs nach Osten, umsegeln das Kap und steuern nach Süden. — Nach Madagaskar! —

Brausend empfängt uns der blaue schäumende Ozean, weithin flattert vom peitschenden Monsun zerrissen unsere schwarze Rauchfahne.

Kleiner und kleiner werden die roten Wüstenberge, heller und heller die gelben Sandstreifen, greller und greller wird das Flimmern der Luft und verwischt die letzten Farbenspiele des Kaps Ras Hafun.

Unguja-Sansibar