Ein guter Lotse ist an Bord, der die Einfahrt bei Tage schon oft gemacht hat: der Kapitän der »Somali«, die jetzt, nachdem wir sie bei den Komoren abgeholt, im Rufijifluß auf uns wartet.
Gegen fünf Uhr rötet sich der Horizont — fahle Schimmer leuchten im Osten auf.
In kurzer Zeit muß sich die Spannung lösen!
Hoch ragt jetzt an Steuerbord die Küste Ungujas, schnell wird es heller und heller, Einzelheiten sind bereits zu erkennen. — Es kommt jetzt auf Minuten an, denn wir können vom Lande bereits gesehen und gemeldet sein.
Auf einem mächtigen Felsvorsprung rechterhand steht der Leuchtturm von Sansibar — Tschumbe Island — dunkel, düster; sein Feuer ist bei Kriegsbeginn erloschen.
Aller Augen suchen jetzt den vor uns liegenden dünnen weißlichen Dunststreifen zu durchdringen — er verbirgt uns den inneren Hafen; — aber die inneren Hafenfeuer sind zu erkennen. —
Blitzende Strahlen schießen über den Himmel, die Sonne taucht über Unguja auf.
Eine leichte Brise kommt auf, kräuselt die glatten Flächen und läßt den dichten Palmenwald des Ufers erwachen.
Rechts von uns, hinter einer grünbewachsenen waldigen Landzunge, tauchen die weißen Häuser der Stadt, noch verschwommen im Morgennebel, auf, wuchtig hebt sich der Palast des Sultans ab.