Vorläufig ein ungelöstes Rätsel. —

Alle zwanzig Sekunden braust eine Salve über uns hin, um nach einer endlos scheinenden Zeit mit dumpfem fernem Krachen zu krepieren.

Wir aber erwarten immer noch jeden Augenblick das Erscheinen eines grauen Buges dort hinten bei der Ecke, wo die Mangroven sich in dichten Büscheln über den Flußarm neigen.

Das Wasser steht noch immer. Vor einer Viertelstunde hineingeworfene Zweige haben sich noch keinen Zentimeter von ihrer Stelle gerührt.

Die Sonne hat sich weiter nach Westen geneigt. Das unangenehme Summen der Moskiten verstärkt sich; blutgierig in leisem metallischen Singen umkreisen sie unsere nackten Arme, um die Gelegenheit zum Stich zu erspähen.

Hier, rechter Hand, steht eine schlanke dünne Mangrove, deren Stamm, Äste und Blätter, wie mit braunem Rost überzogen scheinen; tausende von Moskiten hängen an ihm, schlafen, die Zeit des Sonnenuntergangs erwartend. —

Noch immer dröhnen in gleichen Zwischenräumen von See her dumpf die Schläge der Breitseiten, das Heulen in der Luft, das ferne Krachen der Aufschläge.

Da kommt allmählich Bewegung in die Wasser, langsam, ganz langsam beginnen sie zurückzufließen — nach See zu.

Wir geben die Hoffnung auf, heute noch den grauen Bug um die Ecke biegen zu sehen. Der Torpedokopf wird wieder gesichert, die Pinasse kommt aus ihrem grünen Versteck hervor, nimmt das Doppeltumbi im Schlepp, und langsam dampfen wir gegen den nun immer schneller abfließenden Strom zurück.

Der Kanonendonner hat aufgehört. Die Ruhe der verlassenen Urwaldwildnis liegt auf der weiten Mangrovenlandschaft.