Ich muß an ein Bild denken, das ich im letzten Jahre oft in Deutschland gesehen habe: Der Dampfer »Imperator« in die Straßen einer Stadt hineingestellt, um seine gewaltigen Abmessungen dem Beschauer verständlich zu machen, ihm Vergleichsmöglichkeiten zu geben.

Ähnlich, wie das Deck dieses Kolosses über die Dächer der winzig scheinenden Häuser, ragt die »Königsberg« über die grüngelbe, jetzt voll im grellen Sonnenlicht daliegende Waldwildnis. —

An den braunen Stämmen der Mangroven kann man bereits erkennen, daß das Wasser schon wieder im Fallen ist, denn scharf ist ein fast handbreiter, nasser Streifen zu erkennen und wenn man genau hinsieht, kann man auch eine Rückwärtsbewegung von Schaumblasen und von schwimmenden Blättern feststellen.

Wir müssen uns beeilen, bevor das Wasser weiter fällt, über die letzte und Hauptbarre zu kommen. Erst dahinter finden wir die längere, freie Fahrtrinne und können uns der Reichweite der feindlichen Geschütze entziehen, die uns sicher am Nachmittag bei günstigem Wasserstand unter vernichtendes Feuer nehmen werden.

»8 Meter!«

»8 Meter« — rufen noch immer die Lotsgäste aus, da öffnet sich vor uns die enge Wasserstraße und wir biegen in den Simba-Uranga-Arm ein.

Breit dehnt sich vor uns der Fluß aus — wir drehen nach Backbord und steuern ein.

»Beide Maschinen stopp!«

Wir vermindern die Fahrt, denn die Barre kommt näher.

»6 Meter!«