Entweder erscheint der graue Bug eines Kreuzers dort an der Ecke bei den überhängenden Mangrovenbüschen, oder schwere Schläge dröhnen von See herauf, von dumpfem Krachen weit im Innern des Deltas gefolgt, wo unser wehrloses Schiff auf der Sandbank sitzt, wo unsere Kameraden ergeben ihr Schicksal erwarten. —

Wieder steigen die Wasser, wieder flattern die Reiher und flöten die Regenpfeifer.

Wieder tritt die lautlose Stille des höchsten, des Stauwassers, ein.

Wieder warten wir atemlos, Seh- und Gehörnerven aufs äußerste angespannt.

Wieder summen die Moskitos, flüchten die langbeinigen Wasserspinnen. — — —

Aber nichts unterbricht die Stille, kein Bug erscheint, keine Breitseite erdröhnt! — —

Mit der Pinasse fahren wir vor bis zur Mündung — da liegen die drei großen englischen Kreuzer — einer hinter dem andern — weit ab — keiner rührt sich.

Die Wasser setzen sich allmählich in Bewegung, strömen ab — die Sonne senkt sich.

Bewegunsgslos liegen noch immer die drei mächtigen Engländer, jeder allein zwei Schiffen wie die »Königsberg« gewachsen — bewegungslos — schweigend. Wie ausgeschnitten heben sich ihre langgestreckten dunklen Umrisse vom hellen Himmel ab. —

Warum sind sie heute nicht gekommen, heute, wo wir gebunden und geknebelt auf dem Sandhaufen stehen, das Unvermeidliche erwartend, heute, wo sie mit uns leichteres Spiel gehabt hätten, als der Henker mit seinem gefesselten Opfer?