Eines war dabei, das uns verriet!
Waren es Schwarze — waren es Inder — Inder aus dem am Fuße des langen Höhenrückens liegenden Dorfe Kikale, die dort in ihren viereckigen Lehmhütten wohnen und Handel treiben? — Wir wissen es nicht — — haben es nie erfahren! —
Aber nur der Jäger, der hartnäckig und zäh Abend für Abend seinen Hochstand bezieht und scharfen Auges auf die im unsicheren Mondlicht glänzende Lichtung späht, hat Erfolg. Urplötzlich teilen sich die lichten, wallenden Nebelschleier und vor ihm steht wie ein Bild aus Bronze das Ziel seiner Jägersehnsucht — der König der Tiere. — —
Nicht wankende, zielbewußte Ausdauer hat ihn diesen Augenblick erleben lassen! — —
Ein halbes hundertmal wohl versank die Sonne in der weiten Steppe, ein halbes hundertmal tauchte sie strahlend aus dem Ozean — der Mond nahm zu, der Mond nahm ab — — er nahm wieder zu, er nahm nochmals ab — — unverdrossen harrten wir unserer Beute!
Da — am 6. Februar 1915 — — noch kaum erkennbar im frühen Morgenlicht, schiebt sich ein grauer Leib in die Mündung zwischen Simba-Uranga und Saninga. — Schnell bewegt er sich westwärts, flußauf. Es ist ein kleines Kanonenboot.
Aber schon hat ihn unser Auge erspäht — die hinter Mangroven versteckte Bootskanone der »Königsberg« und zwei Maschinengewehre eröffnen ihr Feuer — — weithin hallend in der tropischen Morgenstille über die spiegelnde, gleitende Wasserfläche.
Wie der Büffel im Blattschuß zeichnet und nach einem kurzen Hacken blitzartig zusammenbricht, so stoppt das feindliche Späherschiff, nachdem es sich kaum verteidigt, dreht scharf nach Steuerbord und läuft in voller Kraft auf den Strand von Simba-Uranga, tief sich in den weißen Küstensand wühlend.
Dann liegt es still! —