Die weiße Flagge geht hoch — — das Feuer verstummt. — —

Der Kapitän und einundzwanzig Mann werden gefangen, zwei Tote begraben — — das Kanonenboot, ein gekaperter deutscher und von den Engländern armierter Sambesi-Barrendampfer, der »Adjutant«, wird unsere Beute.

Gleich einer der ersten Schüsse hatte die Rudermaschine beschädigt und so das Stranden verursacht.

Eben so schnell wie die Sonne steigt, strömen die Wasser bei Eintreten der Ebbe dem Meere zu und als der gestrandete Schiffskörper hoch und trocken auf dem Sande liegt, überschüttet ihn der Blockadekreuzer »Hyacinth« mit Feuer, um ihn zu vernichten.

Es gelingt ihm aber nicht, die Entfernung ist zu weit und er wagt sich nicht heran. Als nun die Nacht sich herniedersenkt und die Flut ihren höchsten Stand erreicht hat, schleppen wir unsere Beute ab. —

Wenige Tage vergehen, und ein weiteres Fahrzeug patrouilliert die endlosen Arme des Rufiji auf und ab, die flatternde deutsche Kriegsflagge am Heck, ein 8,8-cm-Geschütz an Bord. — — —

Von da ab erlosch das Feuer auf dem Pembaberg!

Am Steppenrand

Langsam schreitet der Wanderer von Norden kommend über die niedrigen Höhenwellen westlich Nyemsati, um das große Akidendorf Kikale zu erreichen, denn der schmale Negerpfad ist schlecht, vielfach gewunden und von den Güssen der Regenzeit ausgewaschen.

Wenn er den kleinen, halbabgeholzten Miombowald an dem sich sanft zur Küste neigenden schrägen Hang hinter sich hat, wo der gewundene Weg sich im hohen Steppengras verliert, bleibt sein Fuß wie angewurzelt stehen: Vor ihm breiten sich die gewaltigen Niederungen des Rufijideltas aus, dessen Umrisse im Süden im wogenden, zitternden Glast der Mittagssonne verschwinden. Rechter Hand, nach Südosten zu, erstrecken sich die blauen Matumbiberge, deren kantige Erhebungen zum Teil in weißgeballten Wolkenhauben stecken.