Mit dem Nachtglase erkenne ich ein mächtiges, altes Tier — keine vierhundert Meter vor dem Bug des Kreuzers hopst es auf dem weißen Sande auf und ab, dazwischen macht ein kleines, halb ausgewachsenes, seine Sprünge. Sie jagen im Kreise mit einer bei ihrem riesenhaft plumpen Körperbau in Erstaunen setzenden Gewandtheit und Schnelligkeit.
Mit einem Satz wirft sich das große Tier hin — das kleine kann seinen hopsenden Galopp nicht stoppen und purzelt darüber hinweg.
Dann beschnuppern sie sich, traben noch einmal herum und springen prustend, spritzend und schnaubend ins Wasser.
Eine Minute lang sieht man nur die Kreise auf der hellen Fläche, da wird im glitzernden Mondlicht erst ein kleiner schwarzer, dann ein dicker plumper Kopf sichtbar. Sie rudern beide flußauf, ab und zu gurgelnd und fauchend.
Das kleine steuert jetzt mehr nach dem Ufer zu und verschwindet im dunkeln Spiegelbild der Mangroven.
Schnaubend dreht sich das alte im Kreise und taucht unter. — —
An der Reeling haben sich mehrere Gestalten angesammelt, die nicht schlafen können, und betrachten voll Staunen dieses von Bord eines modernen Kreuzers sicher noch nie gesehene Schauspiel.
Über den Mond zieht eine lange Wolkenfahne, ihn fast ganz verhüllend. Ihr dunkler Schatten taucht Sandbank und Fluß in lastende Finsternis.
Da oben muß eine starke Brise wehen, denn mit großer Schnelligkeit segelt die Wolke weiter! Sie wird lichter und lichter, schon kann man das helle Gesicht des Mondes wie durch einen Schleier wieder erkennen. Die letzten Fetzen ziehen vorbei. — — — Das bleiche Licht fällt wieder auf die Landschaft.
Ein allgemeiner Ruf des Staunens! — Keine zehn Meter vom Fallreep erscheint eine mächtige, breite, wassersprudelnde Schnauze — — gleich folgt der riesige schwarzbraune, pferdekopfähnliche Schädel mit den wackelnden Öhrchen. Ein verwundertes Glotzen der kleinen Äuglein — ein Schnauben — — — weg ist er. —