Die weiße Gestalt da drüben steht auf, legt an. — Das Ziel ist unsicher — in nie gedachter Schnelligkeit springt es abwechselnd im Kreise und im Zickzack, neue Wolkenfetzen verschleiern den Mond.

Noch zweimal krachen die Schüsse — zweimal hört man den Aufklatsch der Kugel auf der brettharten Haut.

Da rast das getroffene Tier mit einer plötzlichen Kehrtwendung in das aufspritzende Wasser und verschwindet fauchend und schnaubend.

Es hat wohl drei tödliche Kugeln, aber — — es ist dem Schützen entgangen! —

Gespannt sehen wir auf die helle Wasserfläche, ob der Kopf nochmals auftaucht.

Minuten vergehen. — Eben will das Dingi abstoßen und zurückkehren, da erscheint am entgegengesetzten Rande der Sandbank wieder der mächtige Schädel — mit einem kurzen Ruck steht ein schwarzer Körper auf den Beinen, und von neuem trabt das Flußpferd auf dem weißen Sande.

Wieder kracht ein Schuß, dann noch einer. Es knickt kurz in den Hinterbeinen ein und setzt dann ruhig, als sei nichts geschehen, seine Sprünge fort, ohne auf den Gedanken zu kommen, im schützenden Strom zu verschwinden.

Da stößt das Dingi ab — in wenigen Minuten ist es an Bord.

Dem Schützen sind die Patronen ausgegangen, er holt neue.

Unbegreiflich! — — Ruhig erwartet das Flußpferd, abwechselnd hin- und herspringend, dann wieder stehen bleibend, seinen zurückkehrenden Todfeind.