Schweigend liegt die Wildnis da, nur das Rucksen und Gurren einer wilden Taube ertönt in kurzen Abständen. Ein aufgestörtes Volk Perlhühner durchflattert schwirrend die Wipfel. —

Plötzlich ein anderer Laut! Ganz da vorn schrillt eine Pfeife! — S. M. S. »Königsberg«! — Die Bootsmannsmaatenpfeife ruft zur Flaggenparade.

Wir treten auf eine freie Lichtung. — Karminrot beleuchtet liegt unser Kreuzer vor uns, feurige Lichter blitzen aus den Seitenfenstern und dem blanken Messing.

Es ist der letzte Gruß der untergehenden Sonne.

»Hol nieder Flagge!«

Langsam senkt sich die Kriegsflagge — — es ist Januar 1915! —

Die letzte, die noch im Ausland weht! Alle andern liegen zerschossen in den Weltmeeren.

Einsam und verlassen flattert sie hier in der afrikanischen Mangrovenwildnis.

Wie lange noch?

Schnell fallen die tiefen Schatten der Mangrovennacht auf das Rufijidelta. Schräg über dem Fockmast leuchtet das Kreuz des Südens auf.