Am Bumba-Arm
Gleich hinter dem Liegeplatz der »Königsberg« — nach Westen, der weiten Steppe zu — kommen die beiden großen Biegungen, wo der Rufiji in zwei langen Schleifen beinahe zweimal um sich selbst fließt.
Dort, an der konvexen Seite der ersten Schleife, mündet der interessantere Flußarm: der Bumba.
Interessant, weil er einmal in grotesken Windungen und Biegungen sich auf weiten Umwegen zwischen seinen engen Mangrovenufern der Küste zuschlängelt und dann wegen seiner Schlupfwinkel, schweigsamen Buchten und tiefen Kreeks ein Sammelplatz für zahlreiche Flußpferdherden ist.
Fährt man im schlanken Einbaum unter dem weit überhängenden Dach der bewaldeten Ufer, sich lautlos von der Strömung treiben lassend, flußabwärts, entrollen sich die seltsamsten Bilder urwüchsigen Urwaldlebens.
In nächster Nähe, so daß man oft mit einem etwas zweifelhaften Blick die schwache Nußschale betrachtet, taucht plötzlich ein breites, borstiges Riesenmaul auf, öffnet mit tiefem Schnauben seine riesigen Kinnladen — einen Anblick bietend wie die gähnende Leere eines offenen Möbelwagens — und verschwindet glucksend in einem Wasserschwall.
Drei, vier, fünf, zehn, zwanzig tauchen auf, unter, spritzen Wasser, grunzen und schnauben. —
In einer verschwiegenen Bucht des Flusses, dort, wo sich eine weite, flache Muttstrecke aus dem Wasser hebt, war ich einmal Zeuge der Begattung von zwei gewaltigen Flußpferden.
Wie ein Blockhaus türmten sich die mächtigen Fleischmassen, dröhnend erzitterte die Luft von ihrem Brunstgebrüll! — —
Unter Tags, flußabwärts sich treiben lassend, kehren sie abends mehr nach dem Oberlauf des Armes zurück, um dann bei Dunkelheit in der Nähe des Hauptstromes an Land kletternd, die feste, grasbewachsene Steppe vor sich zu haben.