[451] A. Sudakoff, „Ueber die Bewegung des Leuchtgases in der Richtung geheizter Wohnungen“. Arch. f. Hygiene. 1886, V.

[452] Gruber („Ueber den Nachweis und die Giftigkeit des Kohlenoxyds und sein Vorkommen in Wohnräumen.“ Sitzungsber. d. k. bayr. Akad. 1881, pag. 203) fand, dass Thiere schon beim Einathmen einer Luft von 0·06% Kohlenoxyd leichte Intoxicationserscheinungen, insbesondere Vermehrung der Respirationsbewegungen, zeigen, die bei 0·1% stärker auftritt und bei 0·15% mit Bewegungsschwäche sich verbindet. Doch halten Thiere selbst in einer Luft von 0·2–0·36% CO stundenlang aus. Steigt aber der CO-Gehalt auf 0·4–0·5%, dann verläuft die Vergiftung sehr rapid. Die Grenze der Schädlichkeit des CO liegt nach Gruber wahrscheinlich bei einer Verdünnung von 0·05, sicher aber von 0·02%. Eine Anhäufung von CO im Organismus, wie Fodor annimmt, findet nicht statt, da sich der Körper theils durch Dissociation, theils durch Oxydation zu Kohlensäure entledigt. Nach Gaglio (Arch. f. experim. Path. XXII, pag. 235) jedoch wird das CO vom Blute weder innerhalb, noch ausserhalb des Organismus oxydirt.

[453] Biefel und Poleck (l. c.) halten die Ansammlung von Kohlendunst in einem Raume für gefährlicher als die von Leuchtgas, weil bei letzterem die Luft, respective der Sauerstoff nur einfach verdrängt wird, während bei ersterem die chemische Zusammensetzung der Luft auf Kosten des Sauerstoffes geändert wird. Die aus acht Analysen berechnete mittlere Zusammensetzung des Kohlendunstes („die durch unvollkommene Verbrennung von Kohlen veränderte atmosphärische Luft eines abgeschlossenen Raumes“) ergab in 100 Volumtheilen: 6·75 CO2, 0·34 CO, 13·19 O und 79·72 N, somit wesentliche Verminderung des Sauerstoffes und starke Vermehrung der Kohlensäure, während die Analyse der Leuchtgasatmosphäre nahezu normalen O-Gehalt im Versuchsraum ergab.

[454] „Ueber die Beziehungen der Arteria chorioidea anterior zum hinteren Schenkel der inneren Kapsel des Gehirns.“ Sammlung von Vorträgen der Wiener klin. Wochenschr. 1891.

[455] Auch in sonstigen Wasserreservoirs und Wasserleitungskästen. So haben wir im September 1892 zwei Arbeiten secirt, die in einem sogenannten Wechselkasten der Hochquellenleitung durch die dort angehäufte Kohlensäure erstickt sind.

[456] Wenn man in frisches Blut SH einleitet, so wird das Blut bald grünlich missfarbig, indem sich der SH mit dem Blutfarbstoff (Hämatin oder Hämoglobin) zu einem grünlich gefärbten Körper verbindet. Das Blut zeigt dann ein eigenes Spectrum, nämlich verwaschene Hämoglobinstreifen und einen Absorptionsstreif in Roth. Dieses Spectrum wird bei in SH verunglückten Menschen, wenn ihre Leichen frisch sind, niemals gefunden, ebensowenig bei damit getödteten Thieren, und man überzeugt sich durch Versuche leicht, dass zur Erzeugung sowohl der grünen Verfärbung, als des eigenthümlichen Spectrums ein sehr hoher SH-Gehalt des Blutes nothwendig ist, zu welchem es bei SH-Vergiftungen niemals kommen kann. In einem unserer neueren Fälle, wo zwei Arbeiter beim Ausräumen eines Canales erstickt waren, wurde behauptet, dass dieselben nicht durch Cloaken-, sondern durch Leuchtgas um’s Leben gekommen wären. Die Obduction ergab aber nur gewöhnliche Erstickungsbefunde und aspirirte Cloakenstoffe, sehr dunkles Blut und in diesem keine Spur von CO, so dass letztere Angabe als unbegründet zurückgewiesen werden musste.

[457] In der That ist uns seitdem ein Fall vorgekommen, wo bei einem Selbstmörder der im Glase zurückgebliebene Rückstand sowohl die Reactionen der Blausäure, als die des Ferrocyankaliums ergab.

[458] Thatsächlich berichtet Bělohradský (Prager Zeitschr. f. Heilkunde. 1880, pag. 45) über einen Fall, wo irrthümlich Aetzkali statt Cyankalium genommen wurde.

[459] Friedreich’s Blätter. 1870, pag. 454.

[460] Vide Ludw. Hermann, Med. Centralbl. 1867, pag. 270.