Schalom band sein Pferd an und schlich durch die Gebüsche an das verliebte Pärchen heran. Ja, es war sein Juda, wie er gleich vermuthet hatte, und die Dame war Lea Meborah, die Erzieherin der Kinder Cook's. Ein hübsches Mädchen aus achtbarer jüdischer Familie und sehr gebildet, ja gelehrt, denn sie verstand ebenso gut Griechisch, wie Latein, Hebräisch und Arabisch.
»Das ist also die Machscheve«, dachte Schalom, »diese hübsche Hexe ist es, die ihn behext hat. Darum ist ihm keine Braut vornehm genug.«
»Ich muss nun fort«, sprach Juda, »mein Vater könnte zurückkehren und ich will ihm keinen Kummer bereiten.«
»Sie haben recht,« erwiderte Lea, »Sie bereiten ihm ohnehin Kummer genug, da Sie sich nicht verheirathen wollen.«
»Ich werde niemals verlangen, dass er uns seinen Segen gibt«, sagte Juda, »aber ebenso wenig werde ich jemals eine Andere zur Frau nehmen, als Sie, Lea. Sie, Sie sind mein Alles, nichts kann uns trennen.«
»Ich warte jetzt schon drei Jahre«, gab Lea zur Antwort, »ich kann noch länger warten, mein ganzes Leben, wenn Sie nur Ihr Herz keiner Anderen schenken.«
Schalom hatte genug gehört.
Am nächsten Morgen sagte Schalom lächelnd zu Juda: »Ich habe wieder eine Braut für Dich.«