»Es ist etwas spät, um einen Spazierritt zu machen«, sagte er, »fürchten Sie sich nicht, Madame?«

»Oh! ich bin auf dem Pferde geboren,« rief die Schöne lachend. »Haben Sie nicht von Miss Cornills gehört? Gesellschaft ist auf dem Wege nach Bath, wo wir einige Zeit Vorstellungen geben werden.«

»Sie sind also?«

»Eine Kunstreiterin«, erwiderte Miss Cornills und gab ihrem Pferde einen Schlag mit der Gerte. Während sie im Nebel verschwand und Schalom seinen Weg fortsetzte, dachte er: »Wenn es auch nicht Lillith ist, eine Teufelin ist es doch, und ich bin froh, dass Juda ihr nicht begegnet ist.«


In demselben Augenblick strauchelte sein Pferd, und Schalom fiel in den Strassengraben.

»Da haben wir's«, rief er laut. Als er sich wieder erhoben und sich überzeugt hatte, dass er weder Hals noch Arm gebrochen, entdeckte er, dass das rechte Bein ihn schmerzte. »Habe ich nicht gesagt«, murmelte er, »dass man zu Omer nicht reiten soll.«

Indess hatte der Nebel sich etwas verzogen, und Schalom sah, dass er sich nur hundert Schritte von dem Landhaus befand, das die ihm befreundete jüdische Familie Cook bewohnte. Als er sein Pferd beim Zügel führend sich dem Thor des Parkes näherte, gewahrte er einen Reiter, der an der Mauer hielt, und eine weibliche Gestalt, die sich von derselben zu ihm herüberneigte.