Zeruja konnte nicht mehr weiter. Er näherte sich dem Gebäude, einem stattlichen Bauernhof, fand das Thor einer Scheune offen, trat ein und warf sich auf das Stroh.

Noch immer war der seltsame Glanz um ihn, noch immer klang es ihm in die Ohren. Er sagte sich, dass sein Ende nahe sei, zog den Sohar, das heilige Buch der Kabbalisten, aus der Brust und erwartete betend den Tod.

Plötzlich ging die Thüre auf und auf der Schwelle zeigte sich eine herrliche Erscheinung. Ein Weib von biblischer Schönheit, im weissen Gewande, die schwarzen Haare über die Schulter niederwallend, einen krummen Säbel in der Rechten.

»Sei mir gegrüsst, Engel des Todes!« rief Zeruja und sank zurück. Seine Sinne schwanden.


Als der wandernde Büsser wieder die Augen öffnete, befand er sich auf einem weichen Lager in einer grossen Stube. Vor ihm stand ein Mann im besten Alter, eine kleine Lampe in der Hand, und das schöne Weib, das er für den Todesengel gehalten hatte, war damit beschäftigt ihn mit Hülfe verschiedener Essenzen in das Leben zurückzurufen.

»Wo bin ich?« fragte Zeruja.

»In einem frommen, jüdischen Hause«, erwiderte der Mann hebräisch. Er hiess Salamone Bologna und besass im Dorfe ein Haus, einen Acker und eine Schenke. Sulamith, seine Tochter, war durch das Hundegebell aufmerksam geworden, hörte das Thor der Scheune knarren, und da sie meinte, ein Dieb habe sich eingeschlichen, eilte sie mit einem alten Säbel in der Hand hinaus und fand den zu Tode erschöpften Pilgrimm.