Schames Mäckler, der Dorfgeher, ging aber noch denselben Abend zu Bendavid und rieth diesem, Gott und den Zadik durch ein Geschenk zu versöhnen.
Als das Geschenk auf sich warten liess, kam wieder Schames Mäckler zu Vögele und drohte ihr und ihrem Manne mit dem grossen Bann.
Vögele begab sich sofort zum Rabbiner.
»Kehren Sie sich nicht an diese Drohungen«, sagte dieser, »ich werde Sie beschützen, falls es nöthig sein sollte.«
Die schöne Frau kehrte beruhigt nach Hause zurück, und da der Zadik ihr den Krieg erklärt hatte, beschloss sie ihrerseits die Offensive zu ergreifen.
Es ergab sich sofort eine köstliche Gelegenheit.
Der strenge Winter hatte die Wölfe bis in die Nähe der Stadt getrieben. Als Schames Mäckler eines Tages über Land gehen sollte, hatte er Angst und bat den Zadik um seinen Beistand.
»Du hast doch einen Stock«, sprach Lewi Jaffa, »wenn Gott will, kann auch der Stock losgehen, und wenn er nicht will, wird Dir auch die Pistole versagen.«
Mäckler trat beruhigt seine Wanderung an und als er im Walde einen grossen Wolf auf sich zukommen sah, zielte er mit dem Stocke nach ihm. Da fiel ein Schuss und das Raubthier sank in den Schnee.