»Noch eine, Fischele.«
Sie gab ihm noch eine.
»Aber weisst Du, dass das eigentlich gar keine Strafe ist?« rief Tigersohn, »das thut so gut, Dein kleines Patschhändchen. Ich habe Dich nur deshalb so hübsch angezogen, weil ich mir die Strafe versüssen wollte, aber ich sehe, dass es überflüssig war, eine Frau, wie Du, kann thun was sie will, sie wird dem Manne immer ein Vergnügen bereiten.«
Er begann ihre kleinen Hände zu küssen und sie – vergass die Vorwürfe, die sie ihm machen wollte.
Und so geschah es jedesmal. Wenn der Possenreisser irgend etwas auf dem Gewissen hatte, sagte er zu Fischele: »Ich bitte Dich, gieb mir eine Maulschelle.« Und sie gab ihm lachend einen Streich auf die Backe und ärgerte sich keinen Augenblick, wenn er auch wirklich einen Fehler gemacht hatte.
Ja, es war eine gute Ehe und eine lustige Wirthschaft. Der Possenreisser spielte seine Schwänke vor keinem Publikum mit soviel komischem Eifer als vor seiner Frau. Sie bekam alle seine Einfälle und Schnurren aus erster Hand.
Eines Abends hatte sie nichts als Bohnen gekocht, die er nicht so sonderlich liebte. Dagegen trank er gern ein Gläschen Branntwein. Tigersohn setzte sich also an die dampfende Schüssel und bat Fischele, die Branntweinflasche auf den Tisch zu stellen. Dann begann er: »Adolfchen, wenn Du die Bohnen aufisst, bekommst Du ein grosses Glas Branntwein.«