»Weil Du dem Schnorrer zuerst die Kugel angeboten.«
»Oh!« rief der Possenreisser, »das habe ich wohl überlegt. Wie der reiche Weintraub unsere kleine Kugel aufgetischt bekommen hat, da hat er gewiss ausgerufen: Ersticken soll der, der zuerst von meiner Kugel isst. Darum habe ich sie zuerst dem Schnorrer angeboten und nicht Dir.«
Fischele lachte und war zufrieden.
Da ihr Mann jedesmal viel Zeit gebrauchte, um sich an- und auszuziehen, stellte ihm Fischele vor, er möchte doch seine Kleider jedesmal ordentlich der Reihe nach hinlegen.
»Du hast recht,« sagte der Possenreisser, und als er Abends nach Hause kam, nahm er Tinte, Feder und Papier und schrieb, so wie er die Gegenstände der Reihe nach ablegte:
- Den Hut auf den Tisch;
- Den Oberrock im Schrank;
- Den Rock gleichfalls;
- Die Weste auf dem Stuhl;
- Das Beinkleid auf dem Nagel an der Thür;
- Die Stiefel neben dem Bett;
- Die Socken unter dem Kopfkissen;
- Das Hemd auf der Bettlehne;
- Die Halsbinde auf dem Bilde neben dem Bett;
- Tigersohn liegt im Bett.
Als Fischele am Morgen ihren Mann weckte, rief er: »Nun sollst Du sehen, wie alles am Schnürchen geht.« Hierauf begann er sich anzuziehen und zwar fing er mit Nummer 1 an. Er setzte den Hut auf, zog den Oberrock an, darüber den Rock, die Weste, das Hemd und endlich schrie er: »Aber wo ist Adolf Tigersohn? – hier steht: er liegt im Bett, Du siehst, dass das Bett leer ist. Wo ist Adolf Tigersohn?« und er suchte sich selbst in der ganzen Stube, während Fischele lachte, dass ihr die Thränen herabliefen.
Eines Tages kündigte der Possenreisser an: Morgen ist bei mir ein Pferd zu sehen, das soviel Augen hat, als man Tage im Jahre zählt.