Der Possenreisser, der diese Antwort erwartet hatte, erwiderte: »Natürlich, hier ist mein Pelz, ich verpfände ihn so lange, bis ich die fünf Thaler abbezahlt habe.«
»Abgemacht,« sagte Nathan, zog die fünf Thaler aus der Tasche, gab sie Tigersohn und zog dessen Pelz an.
Nun keuchte Nathan unter der Last, und der Possenreisser schritt leicht und fröhlich neben ihm her, bis zu dem Stadtthor. Hier sagte er: »Hören Sie, Nathan, ich habe mir die Sache überlegt, es könnte kalt werden bis zum Abend. Ich brauche meinen Pelz, geben Sie mir ihn wieder, hier sind die fünf Thaler.«
Nathan nahm das Geld und der Possenreisser seinen Pelz. Er hatte erreicht, was er wollte, der einfältige Nathan hatte ihm den schweren Pelz bis zur Stadt getragen und ihm Mühe und Schweiss erspart.
Ein Landjunker, der seinen Witz auch gern mit jenem des Possenreissers zu messen liebte, stellte sich einmal durch einen Scherz Tigersohns beleidigt und forderte ihn zum Zweikampf.
Tigersohn nahm ruhig an.
»Wir werden uns also schiessen,« rief der Landjunker.
»Ja, schiessen,« sagte der Possenreisser, »bestimmen Sie nur Ort und Stunde.«
»Also im Grafenwäldchen, morgen um sechs Uhr früh.«