Der Rabbiner gab ihm ein Zeichen, fortzufahren.
»Es steht geschrieben,« sprach der Possenreisser, »der Heilige, gelobt sei Er! wird im Paradiese den Auserwählten ein Mahl zubereiten, das Alles übertreffen wird, was die Einbildung eines Sterblichen ersinnen könnte. Man wird Lendenbraten speisen von dem wilden Ochsen, dem der Herr vierzig Hügel voll saftigen Grases eingeräumt hat, um ihn wohl zu mästen. Man wird Ragout vom Leviathan haben in einer himmlischen Sauce, ein Gericht, das alles übertrifft, was uns Erde und Wasser an Leckerbissen liefern. Und vieles andere wird den Frommen vorgesetzt werden, nur – kein Geflügel.«
»Vom Geflügel ist bei dem Mahl der Frommen keine Rede.«
»Wie kommt dies? Es ist eine ernste Frage, deren Beantwortung ich von dem weisen und gelehrten Rabbiner erwarte.«
Der Rabbiner zuckte mit den Achseln und sprach: »Ich wette, Du hast die Antwort bereit, also lass' sie hören.«
»Werden Sie mir nicht böse sein, Herr Rabbiner,« sprach der Possenreisser scheinheilig, »wenn ich spreche, wie ich denke?«
»Nein, nein!«
»Ich denke,« fuhr der Possenreisser fort, »die Sache verhält sich sehr einfach. Bei allen anderen Thieren ist es leicht zu unterscheiden, ob das Fleisch koscher ist oder nicht, beim Geflügel gibt es jedoch grosse Schwierigkeiten, verwickelte Fälle, in denen nur ein Rabbiner richtig entscheiden kann. Da aber niemals ein Rabbiner in das Paradies kommt, müsste man das Geflügel in die Hölle schicken, und dort würde es ohne Zweifel von den Verdammten aufgefressen werden. Deshalb, denke ich, hat der Herr in seiner Weisheit das Geflügel vom Mahl der Frommen ausgeschlossen.«
Der Rabbiner begann laut zu lachen und alle mit ihm, dann sprach er zu Tigersohn: