Mehr als einmal war Galeb nach Sonnenuntergang einer Frau begegnet, die ganz in einen weissen Burnus und einen weissen Schleier gehüllt, einem Geiste gleich, durch die Laubgänge schritt. Jedesmal blieben ihre dunklen Augen auf dem Sklaven ruhen, der sich vor ihr niederwarf und das Haupt zur Erde neigte.

In einer mondhellen Nacht, als er an dem Ufer des Meeres sass und betete, legte die Türkin ihm plötzlich die kleine weisse Hand auf die Schulter. »Still!« murmelte sie, »antworte rasch auf meine Fragen. Du bist unglücklich. Hast Du ein Weib, eine Braut in Deinem Lande, die Du liebst?«

Galeb Jekarim schüttelte den Kopf.

»Weshalb weinst Du also?«

»Ich war auf der Pilgerfahrt nach Jerusalem,« gab er zur Antwort, »als mich die Räuber gefangen nahmen, ich fühle, dass mir der Todesengel nahe ist, und ich kann nicht sterben, ehe ich nicht die heilige Erde geküsst habe, ehe ich nicht Gott angerufen habe, dort im Lande der Verheissung.«

Die Türkin sah ihn staunend an, dann schlug sie langsam den Schleier zurück und den goldgestickten Haremspelz auseinander.

»Bin ich nicht schön?« fragte sie.

»Ja, Du bist schön«, erwiderte Galeb.

»Dann schenk' mir Dein Herz, denn ich liebe Dich.«