„Ja —“ schreit der Deutsche wie im Wahnsinn auf — „peitschen Sie mich auch.“

„O! mit Vergnügen,“ erwidert sie, die Achseln zuckend, „aber wenn ich peitschen soll, so will ich im Ernste peitschen.“

„Peitschen Sie mich tot,“ ruft der Maler.

„Lassen Sie sich also von mir binden?“ frägt sie lächelnd.

„Ja“ — stöhnt er —

Wanda verließ für einen Augenblick das Gemach und kehrte mit den Stricken zurück.

„Also — haben Sie noch den Mut, sich Venus im Pelz, der schönen Despotin, auf Gnade und Ungnade in die Hände zu geben?“ begann sie jetzt spöttisch.

„Binden Sie mich,“ antwortete der Maler dumpf. Wanda band ihm die Hände auf den Rücken, zog ihm einen Strick durch die Arme und einen zweiten um seinen Leib und fesselte ihn so an das Fensterkreuz, dann schlug sie den Pelz zurück, ergriff die Peitsche und trat vor ihn hin.

Für mich hatte die Szene einen schauerlichen Reiz, den ich nicht beschreiben kann, ich fühlte mein Herz schlagen, als sie lachend zum ersten Hiebe ausholte und die Peitsche durch die Luft pfiff und er unter ihr leicht zusammenzuckte, und dann, als sie mit halb geöffnetem Munde, so daß ihre Zähne zwischen den roten Lippen blitzten, auf ihn lospeitschte, und ehe er sie mit seinen rührenden, blauen Augen um Gnade zu bitten schien — es ist nicht zu beschreiben.