Der Maler malt langsam. Um so rascher wächst seine Leidenschaft. Ich fürchte, er nimmt sich am Ende noch das Leben. Sie spielt mit ihm und gibt ihm Rätsel auf, und er kann sie nicht lösen und fühlt sein Blut rieseln — sie aber unterhält sich dabei.

Während der Sitzung nascht sie Bonbons, dreht aus den Papierhülsen kleine Kugeln und bewirft ihn damit.

„Es freut mich, daß Sie so gut aufgelegt sind, gnädige Frau,“ spricht der Maler, „aber Ihr Gesicht hat ganz jenen Ausdruck verloren, den ich zu meinem Bilde brauche.“

„Jenen Ausdruck, den Sie zu Ihrem Bilde brauchen,“ erwiderte sie lächelnd, „gedulden Sie sich nur einen Augenblick.“

Sie richtet sich auf und versetzt mir einen Hieb mit der Peitsche; der Maler blickt sie starr an, in seinem Antlitz malt sich ein kindliches Staunen, mischt sich Abscheu und Bewunderung.

Während sie mich peitscht, gewinnt Wandas Antlitz immer mehr jenen grausamen, höhnischen Charakter, der mich so unheimlich entzückt.

„Ist das jetzt jener Ausdruck, den Sie zu Ihrem Bilde brauchen?“ ruft sie. Der Maler senkt verwirrt den Blick vor dem kalten Strahl ihres Auges.

„Es ist der Ausdruck —“ stammelt er, „aber ich kann jetzt nicht malen —“

„Wie?“ spricht Wanda spöttisch, „kann ich Ihnen vielleicht helfen?“