Wanda steht, die Arme auf der Brust verschränkt, vor der Leinwand.

„Das Bild soll, wie viele der venetianischen Schule, zugleich ein Porträt und eine Historie werden,“ erklärt der Maler, der wieder totenbleich ist.

„Und wie wollen Sie es dann nennen?“ fragte sie; „aber was ist Ihnen, sind Sie krank?“

„Ich fürchte —“ antwortete er, mit einem verzehrenden Blicke auf das schöne Weib im Pelz, „aber sprechen wir von dem Bilde.“

„Ja, sprechen wir von dem Bilde.“

„Ich denke mir die Liebesgöttin, welche zu einem sterblichen Manne aus dem Olymp herabgestiegen ist und auf dieser modernen Erde frierend ihren hehren Leib in einem großen, schweren Pelz, und ihre Füße in dem Schoße des Geliebten zu wärmen sucht; ich denke mir den Günstling einer schönen Despotin, welche den Sklaven peitscht, wenn sie müde ist, ihn zu küssen, und von ihm um so wahnsinniger geliebt wird, je mehr sie ihn mit Füßen tritt, und so werde ich das Bild ‚Venus im Pelz‘ nennen.“

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