Ich stellte die Lampe sachte zu Boden, sank vor Wandas Bette nieder und legte meinen Kopf auf ihren weichen, glühenden Arm.
Sie bewegte sich einen Augenblick, doch sie erwachte auch jetzt nicht. Wie lange ich so lag, mitten in der Nacht, in entsetzlichen Qualen versteinert, ich weiß es nicht.
Endlich faßte mich ein heftiges Zittern und ich konnte weinen — meine Tränen flossen über ihren Arm. Sie zuckte mehrmals zusammen, endlich fuhr sie empor, strich mit der Hand über die Augen und blickte auf mich.
„Severin,“ rief sie, mehr erschreckt als zornig.
Ich fand keine Antwort.
„Severin,“ fuhr sie leise fort, „was ist dir? Bist du krank?“
Ihre Stimme klang so teilnehmend, so gut, so liebevoll, daß sie mir wie mit glühenden Zangen in die Brust griff und ich laut zu schluchzen begann.
„Severin!“ begann sie von neuem, „du armer unglücklicher Freund.“ Ihre Hand strich sanft über meine Locken. „Mir ist leid, sehr leid um dich; aber ich kann dir nicht helfen, ich weiß beim besten Willen keine Arznei für dich.“
„O! Wanda, muß es denn sein?“ stöhnte ich in meinem Schmerze auf.
„Was, Severin? Wovon sprichst du?“