Sie drohte mit dem Finger und zog die Brauen zusammen. „Am Ende gar zu einer ‚Venus im Pelz‘, warten Sie nur — ich habe einen großen, großen Pelz, mit dem ich Sie ganz zudecken kann, ich will Sie darin fangen, wie in einem Netz.“

„Glauben Sie auch,“ sagte ich rasch, denn mir kam etwas in den Sinn, was ich — so gewöhnlich und abgeschmackt es war — für einen sehr guten Gedanken hielt — „glauben Sie, daß Ihre Ideen sich in unserer Zeit durchführen lassen, daß Venus ungestraft in ihrer unverhüllten Schönheit und Heiterkeit unter Eisenbahnen und Telegraphen wandeln dürfte?“

Unverhüllt gewiß nicht, aber im Pelz,“ rief sie lachend, „wollen Sie den meinen sehen?“

„Und dann —“

„Was dann?“

„Schöne, freie, heitere und glückliche Menschen, wie es die Griechen waren, sind nur dann möglich, wenn sie Sklaven haben, welche für sie die unpoetischen Geschäfte des täglichen Lebens verrichten und vor allem für sie arbeiten.“

„Gewiß,“ erwiderte sie mutwillig, „vor allem braucht aber eine olympische Göttin, wie ich, ein ganzes Heer von Sklaven. Hüten Sie sich also vor mir.“

„Warum?“

Ich erschrak selbst über die Kühnheit, mit der ich dieses „Warum“ herausgebracht hatte; sie indes erschrak durchaus nicht, sie zog die Lippen etwas empor, so daß die kleinen, weißen Zähne sichtbar wurden, und sprach dann leichthin, als handle es sich um etwas, was nicht der Rede wert sei: „Wollen Sie mein Sklave sein?“

„In der Liebe gibt es kein Nebeneinander,“ erwiderte ich mit feierlichem Ernst, „sobald ich aber die Wahl habe, zu herrschen oder unterjocht zu werden, scheint es mir weit reizender, der Sklave eines schönen Weibes zu sein. Aber wo finde ich das Weib, das nicht mit kleinlicher Zanksucht Einfluß zu erringen, sondern ruhig und selbstbewußt, ja streng zu herrschen versteht?“