„Vortrefflich. So spricht ein Mann. Da haben Sie meine Hand.“
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Seit zehn Tagen war ich keine Stunde ohne sie, die Nächte ausgenommen. Ich durfte immerfort in ihre Augen sehen, ihre Hände halten, ihren Reden lauschen, sie überall hin begleiten.
Meine Liebe kommt mir wie ein tiefer, bodenloser Abgrund vor, in dem ich immer mehr versinke, aus dem mich jetzt schon nichts mehr retten kann.
Wir hatten uns heute nachmittag auf der Wiese zu den Füßen der Venusstatue gelagert, ich pflückte Blumen und warf sie in ihren Schoß und sie band sie zu Kränzen, mit denen wir unsere Göttin schmückten.
Plötzlich sah mich Wanda so eigentümlich, so sinnverwirrend an, daß meine Leidenschaft gleich Flammen über mich zusammenschlug. Meiner nicht mehr mächtig, schlang ich meine Arme um sie und hing an ihren Lippen und sie — sie preßte mich an ihre wogende Brust.
„Sind Sie böse?“ fragte ich dann.
„Ich werde nie über etwas böse, was natürlich ist —“ antwortete sie, „ich fürchte nur, Sie leiden.“
„O, ich leide furchtbar.“
„Armer Freund,“ sie strich mir die wirren Haare aus der Stirne, „ich hoffe aber, nicht durch meine Schuld.“