„Aber Severin,“ rief Wanda mit bewegter Stimme, Tränen in den Augen, „du kannst glauben, daß ich dich, einen Mann, der mich so liebt, der sich so ganz in meine Hand gibt —“ sie stockte.
„Nein! nein!“ sprach ich, ihre Hände mit Küssen bedeckend, „ich fürchte nichts von dir, was mich entehren könnte, vergib mir den häßlichen Augenblick.“
Wanda lächelte selig, legte ihre Wange an die meine und schien nachzusinnen.
„Etwas hast du vergessen,“ flüsterte sie jetzt schelmisch, „das Wichtigste.“
„Eine Bedingung?“
„Ja, daß ich immer im Pelz erscheinen muß,“ rief Wanda, „aber dies verspreche ich dir so, ich werde ihn schon deshalb tragen, weil er mir das Gefühl einer Despotin gibt, und ich will sehr grausam gegen dich sein, verstehst du?“
„Soll ich den Vertrag unterzeichnen?“ fragte ich.
„Noch nicht,“ sprach Wanda, „ich werde vorher deine Bedingungen hinzufügen, und überhaupt wirst du ihn erst an Ort und Stelle unterzeichnen.“
„In Konstantinopel?“
„Nein. Ich habe es mir überlegt. Welchen Wert hat es für mich, dort einen Sklaven zu haben, wo jeder Sklaven hat; ich will, hier in unserer gebildeten, nüchternen, philisterhaften Welt, ich allein einen Sklaven haben, und zwar einen Sklaven, den nicht das Gesetz, nicht mein Recht oder rohe Gewalt, sondern ganz allein die Macht meiner Schönheit und meines Wesens willenlos in meine Hand gibt. Das finde ich pikant. Jedenfalls gehen wir in ein Land, wo man uns nicht kennt, und wo du daher ohne Anstand vor der Welt als mein Diener auftreten kannst. Vielleicht nach Italien, nach Rom oder Neapel.“