„Dafür laß mich sorgen,“ entgegnete sie. „Jetzt finde ich Genuß darin, jetzt soll es bei Gott nicht lange mehr beim Phantasieren bleiben. Du wirst mein Sklave, und ich — ich werde versuchen, ‚Venus im Pelz‘ zu sein.“
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Ich dachte diese Frau endlich zu kennen, zu verstehen, und ich sehe nun, daß ich wieder von vorne anfangen kann. Mit welchem Widerwillen nahm sie noch vor kurzem meine Phantasien auf und mit welchem Ernste betreibt sie jetzt die Ausführung derselben.
Sie hat einen Vertrag entworfen, durch den ich mich bei Ehrenwort und Eid verbinde, ihr Sklave zu sein, so lange sie es will.
Den Arm um meinen Nacken geschlungen, liest sie mir das unerhörte, unglaubliche Dokument vor, nach jedem Satze macht ein Kuß den Schlußpunkt.
„Aber der Vertrag enthält nur Pflichten für mich,“ sprach ich, sie neckend.
„Natürlich,“ entgegnete sie mit großem Ernste, „du hörst auf, mein Geliebter zu sein, ich bin also aller Pflichten, aller Rücksichten gegen dich entbunden. Meine Gunst hast du dann als eine Gnade anzusehen, Recht hast du keines mehr und darfst daher auch keines geltend machen. Meine Macht über dich darf keine Grenzen haben. Bedenke, Mann, du bist ja dann nicht viel besser als ein Hund, ein lebloses Ding; du bist meine Sache, mein Spielzeug, das ich zerbrechen kann, sobald es mir eine Stunde Zeitvertreib verspricht. Du bist nichts und ich bin alles. Verstehst du?“ Sie lachte und küßte mich wieder und doch überlief mich eine Art Schauer.
„Erlaubst du mir nicht einige Bedingungen —“ begann ich.
„Bedingungen?“ sie runzelte die Stirne. „Ah! du hast bereits Furcht, oder bereust gar, doch das kommt alles zu spät, ich habe deinen Eid, dein Ehrenwort. Aber laß hören.“
„Zuerst möchte ich in unserem Vertrag aufgenommen wissen, daß du dich nie ganz von mir trennst, und dann, daß du mich nie der Roheit eines deiner Anbeter preisgibst —“