Es ist eine süße, wehmütige, geheimnisvolle Gewalt, die uns treibt, und wir hören auf zu denken, zu empfinden, zu wollen, wir lassen uns von ihr treiben und fragen nicht wohin?
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Auf der Promenade erschien heute zum erstenmal ein russischer Fürst, welcher durch seine athletische Gestalt, seine schöne Gesichtsbildung, den Luxus seines Auftretens allgemeines Aufsehen erregte. Die Damen besonders staunten ihn wie ein wildes Tier an, er aber schritt finster, niemand beachtend, von zwei Dienern, einem Neger ganz in roten Atlas gekleidet und einem Tscherkessen in voller blitzender Rüstung begleitet, durch die Alleen. Plötzlich sah er Wanda, heftete seinen kalten durchdringenden Blick auf sie, ja wendete den Kopf nach ihr, und als sie vorüber war, blieb er stehen und sah ihr nach.
Und sie — sie verschlang ihn nur mit ihren funkelnden grünen Augen — und bot alles auf, ihm wieder zu begegnen.
Die raffinierte Koketterie, mit der sie ging, sich bewegte, ihn ansah, schnürte mir den Hals zusammen. Als wir nach Hause gingen, machte ich eine Bemerkung darüber. Sie runzelte die Stirne.
„Was willst du denn,“ sprach sie, „der Fürst ist ein Mann, der mir gefallen könnte, der mich sogar blendet, und ich bin frei, ich kann tun, was ich will —“
„Liebst du mich denn nicht mehr —“ stammelte ich erschrocken.
„Ich liebe nur dich,“ entgegnete sie, „aber ich werde mir von dem Fürsten den Hof machen lassen.“
„Wanda!“
„Bist du nicht mein Sklave?“ sagte sie ruhig. „Bin ich nicht Venus, die grausame nordische Venus im Pelz?“