„Also,“ ich zitterte am ganzen Leibe, die Stimme versagte mir, ich reichte ihr den Brief.

„Behalten Sie ihn,“ sagte sie, mich kalt betrachtend, „Sie vergessen, daß ja gar nicht mehr davon die Rede ist, ob sie mir als Mann genügen oder nicht, und zum Sklaven sind Sie jedenfalls gut genug.“

„Gnädige Frau!“ rief ich empört.

„Ja, so haben Sie mich in Zukunft zu nennen,“ erwiderte Wanda, den Kopf mit unsäglicher Geringschätzung emporwerfend, „ordnen Sie Ihre Angelegenheiten binnen vierundzwanzig Stunden, ich reise übermorgen nach Italien, und Sie begleiten mich als mein Diener.“

„Wanda —“

„Ich verbitte mir jede Vertraulichkeit,“ sagte sie, mir scharf das Wort abschneidend, „ebenso, daß Sie, ohne daß ich rufe oder klingle, bei mir eintreten und zu mir sprechen, ohne von mir angeredet zu sein. Sie heißen von nun an nicht mehr Severin, sondern Gregor.“

Ich bebte vor Wut und doch — ich kann es leider nicht leugnen — auch vor Genuß und prickelnder Aufregung.

„Aber, Sie kennen doch meine Verhältnisse, gnädige Frau,“ begann ich verwirrt, „ich bin noch von meinem Vater abhängig und zweifle, daß er mir eine so große Summe als ich zu dieser Reise brauche —“

„Das heißt, du hast kein Geld, Gregor,“ bemerkte Wanda vergnügt, „um so besser, dann bist du vollkommen von mir abhängig und in der Tat mein Sklave.“

„Sie bedenken nicht,“ versuchte ich einzuwenden, „daß ich als Mann von Ehre unmöglich —“