„Ich habe wohl bedacht,“ erwiderte sie fast im Tone des Befehls, „daß Sie als Mann von Ehre vor allem Ihren Schwur, Ihr Wort einzulösen haben, mir als Sklave zu folgen, wohin ich es gebiete, und mir in allem zu gehorchen, was ich auch befehlen mag. Nun geh, Gregor!“
Ich wendete mich zur Türe.
„Noch nicht — du darfst mir vorher die Hand küssen,“ damit reichte sie mir dieselbe mit einer gewissen stolzen Nachlässigkeit zum Kusse, und ich — ich Dilettant — ich Esel — ich elender Sklave — preßte sie mit heftiger Zärtlichkeit an meine von Hitze und Erregung trockenen Lippen.
Noch ein gnädiges Kopfnicken.
Dann war ich entlassen.
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Ich brannte noch spät am Abend Licht und Feuer im großen, grünen Ofen, denn ich hatte noch manches an Briefen und Schriften zu ordnen, und der Herbst war, wie es gewöhnlich bei uns der Fall ist, auf einmal mit voller Gewalt hereingebrochen.
Plötzlich klopfte sie mit dem Stiel der Peitsche an mein Fenster.
Ich öffnete und sah sie draußen stehen in ihrer mit Hermelin besetzten Jacke und einer hohen, runden Kosakenmütze von Hermelin, in der Art, wie sie die große Katharina zu tragen liebte.