Die Brust von lachenden Hoffnungen erfüllt, stieg ich in mein elendes Bedientenzimmer und warf mich auf mein hartes Bett.
„Das Leben ist doch eigentlich urkomisch,“ dachte ich mir, „vor kurzem hat noch das schönste Weib, Venus selbst, an deiner Brust geruht, und jetzt hast du Gelegenheit, die Hölle der Chinesen zu studieren, welche die Verdammten nicht, gleich uns, in die Flammen werfen, sondern durch die Teufel auf Eisfelder treiben lassen.
Wahrscheinlich haben ihre Religionsstifter auch in ungeheizten Zimmern geschlafen.“
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Ich bin heute Nacht mit einem Schrei aus dem Schlafe aufgeschreckt, ich habe von einem Eisfelde geträumt, auf dem ich mich verirrt hatte und vergebens den Ausweg suchte. Plötzlich kam ein Eskimo in einem mit Renntier bespannten Schlitten und hatte das Gesicht des Garçons, der mir das ungeheizte Zimmer angewiesen.
„Was suchen Sie hier, Monsieur?“ rief er, „hier ist der Nordpol.“
Im nächsten Augenblicke war er verschwunden, und Wanda flog auf kleinen Schlittschuhen über die Eisfläche heran, ihr weißer Atlasrock flatterte und knisterte, der Hermelin ihrer Jacke und Mütze, vor allem aber ihr Antlitz schimmerte weißer als der weiße Schnee, sie schoß auf mich zu, schloß mich in ihre Arme und begann mich zu küssen, plötzlich fühlte ich mein Blut warm an mir herabrieseln.
„Was tust du?“ fragte ich entsetzt.
Sie lachte, und wie ich sie jetzt ansah, war es nicht mehr Wanda, sondern eine große, weiße Bärin, welche ihre Tatzen in meinen Leib bohrte.