Romulus Futurus blieb wie zur Statue erstarrt stehen, seine Augen weiteten sich, seine Lippen bebten.

„Meine Frau . . .“ wiederholte er tonlos.

„Natürlich!“ fuhr John Crofton fort, indem er mit einem eisernen Willen sofort auf das eine Ziel losging, Frau Fabia zu vernichten; denn er glaubte in Wirklichkeit nicht daran, daß Romulus Futurus, den er für einen Narren hielt, in Wahrheit ein so ungeheuerliches Werk vollbringen konnte. „Natürlich deine Frau! Kein anderer Mensch auf Erden würde sich für dieses Experiment eignen! Du liebst sie nicht — du hast es mir ja selbst bereits gestanden, hast oftmals mir dein Leid geklagt! Du fliehst sie und sie grämt sich darüber! Töte sie und banne dieses Wesen in ihren Leib, so wirst du sie lieben können, wie nie ein Weib von einem Manne geliebt wurde!“

Romulus Futurus sprach lange Zeit kein Wort. Er ging auf und nieder, von Zeit zu Zeit vor dem Freunde stehen bleibend und ihn mit furchtbaren Blicken messend. Es dämmerte noch, und der purpurne Schimmer des Kometen flutete durch die Sternwarte.

„Und warum sollte ich es nicht tun?“ schrie der Gelehrte plötzlich hinaus, sich selbst die schreckliche Frage beantwortend. „Sage selbst, warum nicht? Es ist kein Verbrechen! Fabia ist unglücklich, sagst du? Ja, ja, sie ist es! Ich weiß es, ich habe es unzählige Male gefühlt! Ich liebe sie nicht! Aber ich liebe dieses

Weib, das ich nicht kenne, das ich nur fühle, bis zum Wahnsinn! Und ich werde Fabia bis zur Raserei verehren, wenn dieses Wesen in ihrem Leibe wohnt!“

„Also!“ entgegnete John Crofton und warf seine Cigarette weg, während seine Augen vor Mordlust glühten . . . . .

Romulus Futurus streckte sich in einen Sessel. Er kreuzte die Beine übereinander, vergrub die Hände in die Taschen und zog den Kopf zwischen die Schultern, während ein feiger Zug sein männlich schönes Gesicht entstellte.

„Ich kann es aber nicht tun!“ flüsterte er.

„Was, Romulus?“