Und sie ging auf Romulus Futurus zu, der sie im ersten Augenblick wie etwas Furchtbares anstarrte. Dann aber sprang er auf, eilte ihr entgegen, schloß sie in seine Arme und preßte sie an sich.
„Nicht war, du liebst mich? Du liebst mich rasend, wie immer? Du wirst nie von mir gehen? Wir werden ewig in die Sonne unserer Liebe wandeln?“
Sie schlang die weißen Arme um seinen Hals und flüsterte:
„Habe ich dich nicht immer geliebt? Wohl ist es mir, als ob wir uns heute zum erstenmal sähen. Aber dein Bild war immer bei mir!“
Romulus Futurus bedeckte dieses Antlitz mit Küssen, das ihm vor kurzem so gleichgültig, beinahe hassenswert erschienen war. Er küßte Frau Fabia so lange, bis
er endlich wahrnahm, daß er vergeblich die Züge jenes seltsamen Wesens in dem Antlitz seiner Gattin suchte.
Da erfaßte ihn etwas wie eine lähmende, dunkle Traurigkeit.
John Crofton aber war ruckweise, Schritt für Schritt näher getreten und starrte Frau Fabia an.
An ihrem Halse zeichneten sich drei Finger ab, links ein Daumen, rechts der Zeige- und der Mittelfinger. —
Jetzt wandte Frau Fabia den Kopf und erblickte John Crofton . . . Diesem war es, als ob der Blitz ihn treffen müßte. Er riß einen Teppich von der Erde auf und hielt ihn vor das Gesicht, dieses mit dem halbausgestreckten Arme deckend. So stand er da, das personifizierte böse Gewissen, und zitterte.