Frau Fabia sah verwundert diese Bewegung und fragte ihren Gatten:

„Wer ist dieser Mann?“

Romulus Futurus lächelte düster.

„Das ist mein Freund, John Crofton. Solltest du ihn nicht kennen?“

„John Crofton?“ wiederholte sie, während ihr Antlitz einen gequälten Ausdruck annahm. Offenbar suchte sie in der Erinnerung nach dem Namen dieses Mannes, und sicherlich war etwas Schattenartiges da, das sie nicht fassen konnte. Sie schüttelte den Kopf und sagte:

„Ich kenne ihn nicht!“

John Crofton holte tief Atem. Er ließ die Decke sinken und starrte der schönen Frau ins Gesicht. War es möglich, daß sie noch reizender geworden? Hatten Frau Fabias Augen erst den Glanz matt schimmernder

Perlen gehabt, so leuchteten sie jetzt wie Sterne in einem tiefen, unbeschreiblichen Glanze. Auch ihre Bewegungen waren noch mehr dazu angetan, das Verlangen John Croftons zu wecken, der in diesem Augenblick von neuem von jener rasenden, teuflischen Leidenschaft erfaßt wurde, die ihn schließlich zum Mörder hatte werden lassen.

Aber er verbarg seine Empfindungen ängstlich ebenso vor Frau Fabia als vor dem Freunde. Er beugte sich nieder, führte die Hand der schönen Frau galant an seine Lippen und drückte dann schweigend Romulus Futurus die Rechte.

„Es ist geglückt, mein Freund! Ich gratuliere dir!“