Damit begab sich der Kultusminister ans Telephon und setzte sich mit der Polizeizentrale in Verbindung. Dort erfuhr er, daß Dr. Diabel gerade am Krankenbett der Fürstin Angelika weile, die bereits seit Wochen an einer schweren Krankheit daniederlag. Romulus Futurus gab den Auftrag, den Leibarzt der Fürstin und des Regenten in Haft zu nehmen.
Sein Einfluß war so groß, daß die Polizeibehörde
nicht den geringsten Widerspruch wagte, und eine halbe Stunde später befand sich Dr. Diabel in dem großen Untersuchungsgefängnis am Spittelmarkt.
Der Untersuchungsrichter ließ den berühmten Arzt, der eine große Rolle in der Gesellschaft spielte, nach Mitternacht noch vorführen und unterzog ihn einem langen, eingehenden und scharfen Verhör. Jedes einzelne Wort, das der Untersuchungsrichter sprach, jede Antwort, die der Gefangene gab, wurde von einem Phonographen selbsttätig aufgenommen und durch einen eigenen Stift auf ein Blatt Papier übertragen. So war jedes Protokoll überflüssig, und der Gefangene konnte sich nie mehr beklagen, daß seine Antworten von dem Untersuchungsrichter falsch aufgefaßt worden seien und sich mit dem Protokoll nicht deckten.
Bereits um vier Uhr morgens überbrachte ein Bote das Protokoll. John Crofton rang verzweifelt die Hände, als er es gelesen.
„Ich bin verloren! Verloren, Romulus!“ rief er. „Dr. Diabel leugnet hartnäckig und weder die körperliche, noch die Hausdurchsuchung hat irgend etwas ergeben, was zu seinen Ungunsten gesprochen hätte!“
Inzwischen hatte Romulus Futurus auch bei der Schauspielerin eine Haussuchung vornehmen lassen, aber auch dort war der Vertrag nicht gefunden worden. Die Situation war ernst, denn wenn es inzwischen gelang, den Inhalt des Vertrages auf elektrischem Wege nach Paris und London zu übermitteln, so befand sich Deutschland in einer sehr schwierigen Situation und John Crofton konnte darauf rechnen, als Verräter nach Amerika zurückgeschickt zu werden. Vor diesem Schicksal hätte ihn auch Romulus Futurus nicht bewahren können.
Der Kultusminister gab also Befehl, daß alle elektrischen Stationen gesperrt würden und drei Tage lang unter persönlicher Kontrolle des Ministers ständen.
Aber John Crofton war dadurch nicht mehr getröstet. Er begriff sehr wohl, daß, wenn wirklich Dr. Diabel den Vertrag besaß, er oder seine Helfershelfer schon Mittel und Wege finden würden, ihn nach Paris zu übermitteln. Daß Miß Happy Head-Divina die Komplicin des Doktor Diabel war, wollte John Crofton nicht glauben.
Auf alle Fälle leugneten beide standhaft.