Hier stand Peter Cornelius an der Spitze seiner todesmutigen Schar, die bereit war, ihr Leben in die Schanze zu schlagen.

Und plötzlich war für Peter Cornelius die Devise gegeben:

Die Freiheit, für die er sein Leben aufs Spiel setzte und hundert andere nach sich zog, erschien ihm leibhaftig in der Gestalt dieser Verbrecherin, die seit langer Zeit im Dienste auswärtiger Staaten als Spionin stand, da ihre großen Einnahmen nicht hinreichten, ihr wahnsinniges Bedürfnis nach Luxus und Reichtum zu befriedigen.

Peter Cornelius entriß dem Arbeiter, der neben ihm ging, die Fahne und stürzte sich mit dem Rufe:

„Für Happy Divina und die Freiheit!“ mitten in die feindlichen Soldaten. Von Begeisterung trunken, folgte ihm der Schwarm, und in einem einzigen Anprall wahnsinniger Wut hatten sie eine Bresche in die Reihen der Soldaten geschlagen und waren bis zu dem Wagen vorgedrungen, auf dem die Gefangene gefesselt stand.

Peter Cornelius schlug mit einem elektrischen Säbel nicht weniger als vier Soldaten nacheinander nieder, zerriß die Fesseln, welche die schönen Hände der göttlichen Sängerin zusammenhielten, hob sie vom Wagen und schleppte sie, ihren Leib mit dem linken Arme umfassend, mit dem rechten kämpfend, aus der Reihe der Soldaten . . .

Die waren zuerst unter dem wütenden Anprall der Revolutionäre zurückgewichen. Dann aber hatten sie sich rasch gesammelt, und während die vordersten sich niederwarfen und eine furchtbare Salve gegen die Feinde

abgaben, öffnete sich zu gleicher Zeit die Mitte ihrer Reihen; Geschütze wurden aufgefahren, deren erste Schüsse allein etwa fünfzig der Feinde niederrissen.

So groß zuerst der Todesmut der Revolutionäre gewesen war, ebenso groß war die Panik, die diese führerlosen Menschen ergriff, als sie anstatt Brot Bleikugeln erhielten. Während jeder Führer der Revolutionäre seine eigenen Zwecke verfolgte, der eine Macht, der andere Ehre, der dritte Ruhm, der vierte persönliche Interessen, während der fünfte hoffte, durch den Aufstand Gold zu sammeln, und während der sechste einer Verbrecherin wegen dreitausend Menschen in den Tod führte, dachte die große Masse nur an das eine Ideal, das sie mit der Freiheit verwechselte: „Brot!“

Sie fluteten vor dem furchtbaren Gegenangriff der Soldaten zurück, wurden zersprengt, niedergeschossen, zertreten, dezimiert, und höchstens dreihundert waren es, die Peter Cornelius folgten, der in seinem linken Arm immer noch gleich einer weißen Fahne den schlanken Leib der Sängerin trug.