Augen waren blutunterlaufen, auf seinen Lippen stand Schaum.
Da, als sie gerade den Kamm der Steinburg erreicht hatte, als sie gerade die Arme ausbreitete, um zu den Soldaten hinabzuspringen, riß er sein Gewehr an die Wange und schoß sie durch dem Rücken.
Sie warf die Arme in die Luft, und während über ihre Lippen und über das Kinn Blut rann, fiel sie rückwärts hinab und blieb verblutend liegen . . . .
Peter Cornelius aber stürzte sich wie ein Tier in den Kampf und focht so lange, bis er, von Stichen und Kugeln durchbohrt, sterbend über die letzten Steine sank, die von der Barrikade übrig blieben, indes die Soldaten die Revolutionäre zurücktrieben. So tobte und wütete in allen Straßen und überall der Kampf. Immer unerträglicher wurde die Gluthitze, die sich über Berlin verbreitete, und schließlich begriffen alle, was da und dort ein verzweifelter Mund ausschrie:
„Wir stoßen mit dem roten Kometen zusammen! Die Welt geht unter!“
Mit derselben Schnelligkeit, mit der der brudermordende Kampf begonnen hatte, wurde er beendet. Die Panik, die der rote Komet plötzlich hervorrief, in dessen purpurnes Glutauge man jetzt blicken konnte, versöhnte die Menschen, die sich eben noch bekämpft hatten, wie die Tiere.
Soldaten und Revolutionäre, Frauen und Kinder, hohe Staatsbeamte und Arbeiter, kurzum alles, was in Berlin lebte, wälzte sich als ein großer, dunkler Haufen der Sternwarte des Romulus Futurus entgegen, von dem man halb drohend, halb bittend Rettung vor dem roten Kometen forderte.
Romulus Futurus stand auf seinem Turm und
beobachtete das Herannahen des verhängnisvoll Sternes. Er sah die Menschenmassen, die sich der Sternwarte näherten, er wußte, was sie forderten und verlangten, aber er beachtete sie kaum.
„Wir werden noch zehn Stunden Zeit haben, bis der Zusammenstoß erfolgt!“ sagte er zu sich selbst. „Noch ist es nicht sicher, ob überhaupt die Katastrophe hereinbricht; denn nach meiner Berechnung gleitet der Komet augenblicklich neben uns. Es ist, als sei er von der Geschwindigkeit der Erdumdrehungen erfaßt und mitgerissen. Vielleicht ist die Anziehungskraft der Erde nicht stark genug, vielleicht geht das Letzte vorüber!“